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Anker 1
Daten

Adresse
Rüschlikon, Schweiz

Jahr
2019

Bauherr
Stiftung Wohnungsbau Rüschlikon

Fotos
© Roger Frei, Zürich

Direkt an der Bahnlinie in Rüschlikon nehmen zwei präzis gesetzte Baukörper die Linearität des Grundstücks auf und fügen sich zugleich in die offene Bebauungsstruktur der Nachbarschaft ein. Mit der Setzung der Gebäude entstehen zwei grosszügige Aussenräume, die durch ihre unterschiedlichen, hohen Aufenthaltsqualitäten überzeugen. Im Erdgeschoss bildet eine begrünte Pergola den Abschluss zur Bahnlinie und stellt den wichtigen Bezug zum Zürichsee her. Als Gegenpol zur öffentlichen Seeseite mit der Gebäudeerschliessung ist der Gartenhof ein Ort der Ruhe und des Zusammenseins. Die Privatsphäre der Erdgeschoss-Wohnungen gegenüber den übrigen Benutzern wird mit aufgelösten, unregelmässig geschnittenen Gehölzbändern und reich blühenden Stauden und Geophyten erreicht. Die aussergewöhnliche Anordnung und Pflanzenkombination verleiht diesem Gartenraum eine spezielle Note – strukturreich, jahreszeitliche Blütenabfolge sowie flächige und punktuelle Akzentuierungen. Von den oberen Etagen aus betrachtet zeigt sich der Garten als wohltuende Oase. Der zentrale Sitzplatz mit dem Brunnen und dem mit Rosen bewachsenen Rankgerüst lädt ein zum Verweilen, gemeinsam oder zurückgezogen – im Schattenbereich oder an der Sonne. Auch die Dächer sind mit einer reichen und strukturierten Pflanzenauswahl begrünt.


Die Wohnungen werden ostseitig über zwei zentrale Erschliessungstürme und den anschliessenden sozialisierten Laubengang erschlossen. Hier bilden Ausnehmungen im Baukörper jeweils Vorzonen für die Wohnungen. Die Möglichkeit diese zu personalisieren schafft individuelle Adressen statt einfacher Wohnungsnummern.
Die Sitzplätze und die Orientierung der Küchen Richtung Zürichsee geben diesen Bereichen einen kommunikativen Charakter und sollen eine Nachbarschaftsbildung fördern. Alle Wohnungen sind nach der Idee des Durchwohnens mit einer West-Ost Ausrichtung organisiert. Die Balkone sind in das Bauvolumen eingearbeitet und verlängern das Wohnzimmer. Alle Schlafzimmer sind in diese Richtung zum Gartenhof hin orientiert. Durch die Organisation der barrierefrei gestalteten Grundrisse ergeben sich gefasste Bereiche in den Wohnungen, die sich sehr wohnlich und altersgerecht einrichten lassen. Das räumliche Kontinuum in den 21 Wohnungen bewahrt eine grosszügig wirkende Offenheit der Räume.


Die Gebäude sind in Massivbauweise mit selbsttragendem Sichtmauerwerk erstellt, wie es beispielsweise auch bei der Stadtbibliothek von Rüschlikon oder entlang der Bahngleise und in alten Villenvierteln in der weiteren Umgebung zu finden ist. Boden und Decke der Laubengänge sowie die Erschliessungstürme sind in Sichtbeton ausgeführt und werden in Form von Gesimsen um die Baukörper gezogen. Vorgefertigte Elemente aus Eichenholz strukturieren das Gebäude durch ihre repetitive Anwendung im ganzen Baukörper. Im Eingangsbereich erzeugt die Auskleidung mit Holzelementen und eingebauten Sitzmöglichkeiten eine angenehme Wohnlichkeit.

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